Bogenschiessen vom Pferd ist ein Kampfsport
und eine Kampfkunst. Das Wort "Kampf" erinnert
an die Herkunft der Kunst, die Hunderte Jahre lang eine
sehr erfolgreiche Kriegskunst der Reitervölker der asiatischen
Steppen darstellte. Um so erfolgreich zu sein, trainierten
die Steppenreiter von frühester Kindheit und ihr Leben lang
den Umgang mit dem Bogen. Das Pferd war ihr Gefährte und
ständiger Begleiter, dem sie jederzeit ihr Leben anvertrauen
konnten und das von Kindesbeinen an mit ihnen zusammen war.
Das äußere, sportliche Ziel des modernen
Bogenschiessens vom Pferd ist es, in vollem Galopp möglichst
viele Pfeile auf die Scheiben zu bringen, mit Schüssen nach
vorne über den Pferdekopf, zur Seite und nach hinten, mit
dem "Partherschuss". Das innere Ziel, das diesem
äußerem unsichtbar gegenübersteht, ist das Erreichen der
vollständigen Harmonie mit dem Pferd und seiner Bewegung
und der inneren Ruhe, die die äußere Schnelligkeit im Schiessen
und Treffen ermöglichen.
Der Impuls zur Bildung der Kampfkunstschule
ging von Ungarn aus. Vor fast 20 Jahren begann der Bogenbauer
Lajos Kassai damit, die lange verlorene Kunst seiner Vorfahren,
der Hunnen und Magyaren, wiederzuentdecken und in die Moderne
zu bringen. Mittlerweile hat unsere Schule über 300
Mitglieder und ist in 12 Ländern vertreten, darunter
die USA, Kanada, Neuseeland, Norwegen und andere, die in
der HAWA (Horseback Archery World Association) zusammengefasst
sind.